Tierarztpraxis Lindenthal
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Pyodermie

Eitrige Hautentzündung

Die Pyodermie ist eine eitrige Hautentzündung, die durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst wird. Bakterien besiedeln auch die gesunde Haut. Ein gesundes Immunsystem kann diese Keime normalerweise unter Kontrolle halten. Gelingt dies nicht, kommt es zu einer raschen Vermehrung der Keime und zu einer Hautinfektion. Die Pyodermie zeigt sich häufig in Form von nässenden, geröteten Hautveränderungen. Auch Pusteln, kleine Knubbel oder kreisrunde Flecken sind möglich. Betroffene Tiere kratzen, knabbern und lecken die entzündeten Stellen häufig, wodurch sich die Symptome oft noch verschlimmern.

Tiere mit langem, dichtem Fell sind besonders anfällig für eine Pyodermie, insbesondere im Sommer und im Herbst. Es kommt hier zu einer akuten nässenden Hautentzündung, auch als „Hot Spot“ bezeichnet, die innerhalb von wenigen Stunden entstehen kann. Durch erhöhte Feuchtigkeit und Wärme wird ein optimales Milieu für die Vermehrung von Keimen geschaffen. Auch wenn sich Tiere wegen einer anderen Erkrankung wie einer Ohrenentzündung oder Gelenk- und Zahnerkrankungen kratzen, lecken oder beißen, kann es zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion der Haut kommen.

Haupterreger der Pyodermie ist eine bakterielle Infektion mit Staphylococcus Intermedius. Häufig sind auch andere Keime beteiligt, wobei man hier von Mischinfektionen spricht. Bei einer Vorschädigung der Haut vermehren sich auch Hefepilze (Malasseziapachydermatis) massenhaft. Das betroffene Tier leidet dann unter massivem Juckreiz.

In den meisten Fällen können Hautinfektionen sehr gut mit hautwirksamen Antibiotika behandelt werden. Bei einer Beteiligung von Hefepilzen muss außerdem mit einem Antimykotikum therapiert werden. Zusätzlich werden oft medizinische Shampoos eingesetzt. Damit die Therapie erfolgreich ist, muss sie mindestens eine Woche lang nach dem Abklingen der Symptome fortgesetzt werden.

Bei manchen Tieren tritt eine bakterielle Infektion der Haut nur einmalig auf. Es gibt aber auch Patienten, die immer wieder mit Hautinfektionen zu kämpfen haben. Hier sollte nach der eigentlichen Ursache gesucht werden. Dies können organische Erkrankungen wie eine Nebennieren-
überfunktion oder eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Mögliche Auslöser sind auch Tumore, Allergien, Parasiten und Autoimmunerkrankungen.